Die Neuigkeiten im Detail
Eklat bei der DM Bowhunter
Nach kontroversen Diskussionen um das Regelwerk im Vorfeld der DM und auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung lief auch noch das sportliche Programm aus dem Ruder.
Was ist passiert? Entgegen der Ausschreibung und gegen das Anraten der verantwortlichen Fachwarte wurde der Turnierablauf per Direktive geändert. Samstag durfte der gelbe Parcours mit einer 3-Pfeil-Spezial-Runde (drei Pfeile müssen geschossen werden) und einer Doppel-Hunter-Runde (zwei Pfeile Pflicht) geschossen werden. Schon am Morgen kamen bei allen Schützen massive Zweifel auf, dass dieser Modus in der vorgegebenen Zeit - man begann mit 7,5 Stunden - nicht geschafft werden würde. Selbst eine mehrfache Verlängerung auf letztlich 10,5 Stunden war nicht ausreichend. Hier steckt der Fehler der Turnierleitung:
Man kann den Zeitaufwand der Runde im gelben Parcours (3 Pfeil-Spezial und Doppelhunter) berechnen:
- 1 Minute Zeit pro Pfeil ab Pflock (laut Reglement nicht begrenzt), macht bei 14 Ziele mit je 3 Pfeilen 252 Minuten
- und 14 Zielen mit 2 Pfeilen eine reine Schießzeit von 168 Minuten,
- zusammen 420 Minuten pro 6er Gruppe.
- Bei 8 km Strecke rechne ich eine Gehzeit von 120 Minuten - und das ist mit Gepäck schnell marschiert.
- Dazu rechnet man pro Ziel 5 Minuten zum Scoren und Pfeileziehen, macht 140 Minuten bei 28 Targets.
- Rüstzeit für Pause rechne ich keine ein, weil wir haben keine gemacht. Normal würde man 30 Minuten dazu rechnen. Ich habe auch keine Zeit für die Ermittlung der Entfernung dazu gerechnet.
Dann kommt man auf 680 Minuten, macht umgerechnet 11 Stunden und 20 Minuten Turnierzeit nach Reglement!!! Bei Schießbeginn 10:00 Uhr wäre das errechnete Ende 21:20 Uhr gewesen. Zu dem Zeitpunkt war es stockfinster. Wir waren um 19:45 im letzten Büchsenlicht mit der letzten Scheibe fertig und haben das vorgegebene Zeitlimit damit um 15 Minuten überschritten. Die Zeit nach Reglement haben wir um mehr als 1,5 Stunden unterboten. Im Wald hätten wir die nicht mehr schießen können. Wir haben gegen Schluss noch eine Gruppe BHR passieren lassen und so noch mehr Zeit eingebüßt. Wo es ging haben wir zu zweit oder dritt am Pflock geschossen, leider war es bei nicht mehr wie 3 oder 4 Zielen möglich. Unsere Schießkarten wurden nicht mehr akzeptiert, ein persönliches Gespräch wurde uns verweigert, ebenso wie die Einreichung eines Protestes wegen angeblicher Zeitüberschreitung. Ob er Sinn gemacht hätte sei dahin gestellt, wir wollten nicht noch mehr Geld sinnlos vergeuden.
Am Samstag Abend standen wir nicht mehr auf der Sartliste für Sonntag. Damit war uns klar, wir brauchen nicht mehr antreten. Einige sind darauf hin schon abgereist. Am Sonntag Morgen wurden wir dann gewahr, dass alle FU wieder auf der Startliste stehen, ohne die Wertung vom Samstag. Hier wurde die sportliche Fairness gegenüber den Abgereisten grob verletzt. Sie wären evtl. nicht abgereist, wenn sie dies am Vorabend schon gewusst hätten. Vor drei Jahren durften Scheiben nachgeschossen werden, diese Möglichkeit wurde nicht eingeräumt.
Ergänzung von Ingrid Schichtel vom 26.09.11, 21:56
Hallo TeamAG
Ich habe eueren Bericht auf der DFBV Seite (es existiert ein Link auf unseren Artikel auf der Site des DFBV - kein Bericht, Anmerkung Team AG) gelesen und habe eine kleine Richtigstellung.
Die Gruppen die am Samstag Abend ihre Karte nicht mehr abgeben durften, waren abends schon auf der Starterliste, das kann ich mit hundertprozentiger Gewissheit sagen, da ich mich dafür eingesetzt habe das die Schützen am Sonntag schießen konnten.Ich habe die Listen selber ausgehängt das war um 23.00 Uhr und glaubt mir das ich keine Nachtschicht eingelegt habe diese Nachts nochmals zu ändern.
LG Ingrid
Wir danken Ingrid für ihren Einsatz für die Startgenehmigung der FUler am Sonntag, war sicher nicht leicht. Aber was ist mit denen, die das Hunsrückhaus vor 23:00 Uhr verlassen haben und abgereist sind? Ich selbst bin gegen 22:45 aus dem Hunsrückhaus gegangen, einige haben das Haus noch vor mir verlassen. Wie konnten wir also wissen, dass der bestehende Aushang, auf dem wir nicht standen nochmals geändert worden ist?
Nachdem Verhalten der Turnierleitung am Vorabend haben alle FU sich gemeinsam entschlossen nicht anzutreten. Wir haben keine Lust für die Fehler der Turnierleitung als Sündenböcke her zu halten. Außerdem hat uns das Verhalten und die Äußerungen unseres Präsidenten zu tiefst enttäuscht. Erst das Gespräch verweigern und dann sagen, man sollte sich einen anderen Verband suchen, ist eine bodenlose Frechheit. Einige Schützen FU Altersklasse und Damen haben sich aus Solidarität diesem Entschluss angeschlossen. Unseren Dank für diese Solidaritätsbezeugung.
Die Katastrophe war berechenbar, man muss es nur tun. Der Fachwart und der Parcourschef haben es getan und (laut ihrer Aussage) darauf hingewiesen, dass die Kombination 3-Pfeil-Spezial und Doppelhunter zeitlich nicht machbar wäre. Diese Kombination wurde per Direktive durchgesetzt, was zu dieser Katastrophe führte. Es ist also erwiesener Maßen nicht die Schuld der Schützen, sondern die Schuld von Teilen der Turnierleitung. Wenn man wieder besseren Wissens solch eine Turnierplanung gegen den Widerspruch der fachkompetenten Mitarbeiter durchsetzt, wie kann man das nennen?
Die Erfahrungen der letzten Jahre (Eberhardtzell, Barsinghausen) haben gezeigt, dass zwei zeitintensive Modi nicht miteinander kombinierbar sind. Dies ist mehrfach als konstruktive Kritik angebracht worden. Warum wird dieser Fehler wiederholt? Noch dazu, wenn im Planungsstab darauf hingewiesen wird. Muss man hier von Absicht sprechen? Wir hoffen nicht, aber die Hoffnung stirb ja bekanntlich zuletzt.
Es ist verständlich, dass niemand gerne auf andere Gruppen aufläuft und wir können den Unmut verstehen. Wir sind ebenfalls aufgelaufen. Dabei gibt es reichlich Möglichkeiten solche Situationen gar nicht erst aufkommen zu lassen:
- Es wurden Scheiben frei gelassen. Warum macht man dann nicht bei der Stilart FU 4er Gruppen und stockt z.B. BHR Gruppen auf, wenn man den Platz hat?
- Warum nicht alle Visierklassen eine andere Wertung schießen lassen? Alle können gerne die Spezialrunde schießen, für Visier reicht eine 1-Pfeil-Hunter oder Standart-Runde mit Innenkill-Wertung.
- Startzeit vor verlegen!
- Ein eigener Parcours? Wo es möglich ist, warum nicht - halten wir aber nicht für notwendig.
Damit stehen dem gemeinsamen Bogensport alle Tore offen, ohne Stress, Neid und Missgunst provozieren zu müssen.
Über das "Warum" können wir sicher nur spekulieren, interessiert aber auch nicht. Es muss aber sichergestellt werden, dass so etwas nicht wieder vorkommt. Praktikable Möglichkeiten machen uns andere Veranstaltungen vor. Bei der EBHC im letzten Jahr waren wir jeden Tag pünktlich fertig. Warum gibt es immer wieder nur bei der DM Bowhunter des DFVB diese Schwierigkeiten? Viele Schützen mit denen wir sprachen - auch aus anderen, visierlosen Klassen - sind der Ansicht, dass dort Methode hinter stecken würde. Damit schadet man doch allen Schützen, warum wird es dann praktiziert?
Aufgrund der Ereignisse bei der DM-Bowhunter haben der Fachwart Bowhunter und die Fachwartin Jugend ihre Ämter noch am Sonntagabend niedergelegt!
Wir sind der Meinung, wir Bogensportler im DFBV sollten die Vorkommnisse als Augenöffner nutzen und aktiv Verbesserungen anstreben. Wir sollten und werden gemeinsam daran arbeiten, dass Bogensportveranstaltungen des DFBV für Bogensportler aller Klassen wieder ein denkwürdiges Erlebnis sein werden - und zwar im positiven Sinne.




