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Donnerstag, 17. Mai 2012

Bilder NanoForce

  • NanoForce im Größenvergleich
  • mit Wolverine-Befiederung
  • Spitzen des NanoForce
  • Spitze vergrößert
  • Durchmesser-Vergleich
  • Schaftende
  • Schaftende
  • Spitzen und Nock
  • Nocks
  • Typen von Nano-Carbon-Röhren
  • Größenvergleich Nano-Carbon vs. Haar

Produktvorstellung Victory Nano Force

Vorstellung NanoForce

Victory NANOFORCE

Leicht . Stabil . Präzise . Schnell

Nano-Technologie, bloßer Hype oder was bringt es wirklich?

Nanotechnologie – der Forschungstrend des 21. Jahrhunderts? Der von Norio Taniguchi 1974 erstmals eingeführte Begriff löste im vergangenen Jahrzehnt eine Welle von neuen Forschungsrichtungen aus, deren Bedeutung in der nahen Zukunft nicht mehr wegzudenken ist. Nano kommt aus dem Griechischen (nannos) und bedeutet Zwerg. Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter (10^-9). Eingesetzt wird Nanocarbon unter anderem im Transistorenbau, bei Displays, in der Messtechnik und zur Verbesserung von Kunststoffen – und seit neuestem auch im Bogensport. Einen Vertreter der neuen Generation, den NanoForce von Victory Archery wollen wir uns näher ansehen.

Andreas Gotthardt hat den NanoForce gleich einem Härtetest bei der DM Bowhunter des DFBV unterzogen. Hier seine Erfahrungen:

Jeder weiß, das die WFAC 2010 in Dahn stattfindet. Da fragt sich der ein oder andere doch, ob sein Material auch das Richtige für dieses  Event ist.
Eine Frage habe ich mir dann selbst gestellt und musste feststellen, das mein Material  eigentlich für 3D abgestimmt ist.  Am Pfeil kann man bestimmt etwas machen,  aber welchen Pfeil sollte man schießen? Bei dem breiten Angebot ist guter Rat teuer. Lange Rede kurzer Sinn, Telefon geschnappt und Christoph Okupniak von OK Archery angerufen. Nachdem ich  Christoph mein Anliegen unterbreitet hatte, sagte er mir das es von Victory Archery einen neuen Schaft gibt, den NANO FORCE.  Den sollte ich mal ausprobieren.

Der Satz NANO FORCE 350 von 60-75lbs ist fast um die Hälfte dünner als mein alter Schaft. Er verfügt über eine sehr glatte Oberfläche, da alle Schäfte des Herstellers weich poliert werden. In seiner Gesamtheit ist er ganze 40 grain leichter als mein Pfeil.

Das Flugverhalten ist Klasse, der Pfeil kam absolut sauber aus dem Bogen. Im Vergleich zu den meinen bisherigen Pfeilen, sind meine Gruppen von 5-70m noch etwas enger zusammen gerückt. Daher ging ich das Wagnis ein und schoss die NanoForce auf der DM Bowhunter des DFBV 2009. Es hat sich gelohnt. Mit den NanoForce konnte ich meinen Titel aus dem letzten Jahr verteidigen.

So weit zur Praxis. Aber was macht den Unterschied zwischen Nano Carbon und herkömmlichen Carbon aus? Nano Carbon ist im Vergleich zum herkömmlichen Carbon anders strukturiert.

Victory Archery schweigt sich über das Herstellungsverfahren bei dem NanoForce aus.
Aus unseren Recherchen im Angelsport, wo Nanocarbon schon seit mehreren Jahren als  Material eingesetzt wird, ergibt sich, dass der Einsatz von Nanocarbon ein unerreichtes Verhältnis aus Gewicht, Durchmesser und Steifheit ermöglicht. Es werden Nano-Partikel in die Harzphase eingebettet, die zwischen dem Harz und der Carbonfaser vermitteln. Mit dem Ergebnis, dass bei so modulierten Carbon-Matten, der Harzanteil reduziert werden kann. Man kommt hier auf ein Verhältnis zwischen Carbon und Harz von (70-30% bei normal Carbon, 85-15% bei Nano Carbon) was das Gewicht verringert, aber gleichzeitig die Gewebefestigkeit steigert. Dadurch kommen die gewünschten Eigenschaften wie die Massenträgheit und Schwingungsarmut voll zur Geltung. Übertragen wir die Fakten auf den Pfeil, zeigen sich die Vorteile. Der Pfeil stabilisiert schneller. Des weiteren wird dadurch eine hohe Steiffigkeit und Festigkeit erzielt, was es ermöglicht Schäfte herzustellen, die  leicht und dünn sind.  Trotzdem ist der NanoForce extrem stabil. Das liegt mit an dem hohem Elastizitätsmodul des Nanocarbons, es ist bis zu 5mal so hoch wie bei Stahl.

 

Details und Gesundheitsaspekte

Details und Gesundheitsaspekte

Der Hersteller ist in der Lage durch ein exklusives Verfahren Pfeile zu produzieren, die vom Spine, Gewicht und Geradheit fast exakt gleich sind.  Es  gibt eine Gewichtstoleranz, die kaum erwähnenswert ist. Sie beträgt +/- 0,5grain im Dutzend. Der NANO FORCE wird in 4 verschiedenen Spinewerten geliefert.

 

AUSSENDURCHMESSER

GPI

SPINE

SCHAFTLÄNGE

Sortierung/Preis

NANO FORCE 350

.224“

7.6

350

30“

V1 / 14,76 €

V3 / 10,66 €

NANO FORCE 400

.219“

6,8

400

30“

V1 / 14,76 €

V3 / 10,66 €

NANO FORCE 500

.213“

6.0

500

30“

V1 / 14,76 €

V3 / 10,66 €

NANO FORCE 600

.208“

5.4

600

30“

V1 / 14,76 €

V3 / 10,66 €

Alle Schäfte weisen den gleichen Innendurchmesser von .166“ auf. Serienmäßig werden alle Schäfte mit Bohning Nocken geliefert. Es passen auch die Easton G-Nocken.

Es ist bekannt, das ein schwerer Pfeil langsam ist, dadurch werden einige Fehler verziehen, wie z.B. beim Lösen. Das Phänomen beim NANOFORCE ist, dass er sich verhält wie ein schwerer Pfeil, was bedeutet, die  Schießfehler fallen nicht so gravierend im Ergebnis auf wie bei anderen Pfeilen der gleichen Gewichtskategorie. Allerdings bleiben die Geschwindigkeitsvorteile eines leichten Pfeiles erhalten! Dies macht den NanoForce zum idealen Pfeil für unbekannte Entfernungen bei 3D und Feldschießen. Aber auch bei den FITA-Disziplinen macht er eine gute Figur.

FAZIT:
Der NANO FORCE besitzt ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Er ist ein Allrounder, bestens geeignet für Feldschießen, 3D, Fita aber auch für die Halle. Herausragend sind die excellenten Werte in Geradheit, Gewicht, Stabilität.

Gesundheitlicher Aspekt:
In den letzten Wochen geisterten kurzfristig Warnmeldungen durch die Presse, Nanotechnologie sei extrem gesundheitschädlich und sollte bis auf weiteres gemieden werden. Dazu ein Auszug aus Wikipedia:

Bisher noch nicht ausreichend erforscht sind gesundheitliche Effekte, die im Zusammenhang mit Kohlenstoffnanoröhren evtl. auftreten könnten. Eine Argumentation weist auf die längliche räumliche Struktur hin, die der von Asbest ähnelt. Studien, die auf Tierversuchen basieren, zeigen entgegengesetzte Ergebnisse, etwa in Bezug auf Entzündungsreaktionen im Lungengewebe von Mäusen. So wurden Mäusen im Versuch CNTs* mit einer Konzentration injiziert, die 10.000-mal so hoch wie die in der Umwelt zu erwartende war, ohne erkennbare Entzündungsreaktion. In neueren Arbeiten zu den toxischen Wirkungen von Kohlenstoffnanoröhren finden die bei der Synthese verbleibenden metallischen Rückstände (Kobalt, Nickel, Molybdän und Eisen) aus dem Katalysator immer mehr Beachtung. Es scheint, als gingen die akut toxischen Reaktionen auf diese Verunreinigungen zurück. Aufgereinigte Präparationen von CNTs zeigen keine akuten toxischen Effekte. Pathologische Veränderungen, wie etwa die Ausbildung von Wucherungen in der Lunge, scheinen jedoch von CNTs ausgelöst zu werden, was ihnen ein durchaus schädliches Potenzial bescheinigt. Trotz der anhaltenden Kontroverse, die in begrenztem Umfang auch die Öffentlichkeit zu erreichen beginnt, lief Anfang 2004 die großindustrielle Produktion von CNTs an.

* CNT steht für Carbon Nano Tubes


Soll man nun auf die Verwendung der NanoForce verzichten?

Als gefährlich eingestuft werden freigesetzte CNTs für die Lunge. Laut Auskunf eines deutschen Instiuts für Faserverbundwerkstoffe sind Nanotubes in gebundener Form nicht lungengängig. Daher sind die Sicherheitsmaßnahmen, die man bei „normalen“ Carbonschäften anlegt, ausreichend. Carbonschäfte sollten immer mit Absaugung und Atemschutz geschnitten werden. Also lieber beim Händler schneiden lassen, der hat in den meisten Fällen die entsprechenden Gerätschaften.

Auszug aus der Publikation des Umweltbundesamtes vom 20.11.2009:
„Die breiten Anwendungsmöglichkeiten der Nanotechnik und die sehr unterschiedlichen Nanomaterialien erfordern eine differenzierte Beurteilung des möglichen Risikos für die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Risiken für Mensch und Umwelt sind am ehesten bei Nanomaterialien zu erwarten, die als freie Partikel in Produkten enthalten sind. Solange Nanopartikel fest in Materialien eingebunden sind, ist eine Gefährdung während der bestimmungsgemäßen Verwendung kaum zu erwarten."
Das Umweltbundesamt schließt aber aufgrund noch nicht weiter erforschter Eigenschaftten von Nanopartikeln eine potentíelle Gefährdung nicht aus. Der komplette Artikel kann hier herunter geladen werden: www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3765.pdf

Die Entscheidung und Verantwortung bleibt bei jedem selbst. Und ja, wir werden die NanoForce schießen.

Euer Team AG