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Donnerstag, 17. Mai 2012

Bilder R8

Die ersten 8 Wochen mit dem R8

Beschreibung

Renegade 8

Compound, made in Germany - nur noch ein weiterer Bogen oder ernst zu nehmende Konkurrenz?

Machen wir es kurz. Die deutsche Bogenschmiede OK-Archery baut schon seit Jahren erfolgreich sehr gute Compound-Bögen, mit denen schon viele nationale und internationale Erfolge erzielt worden sind. Und ja, ein deutscher Hersteller ist - zumindest auf dem nationalen Markt - ein durchaus ernsthafter Mitbewerber zu den bekannten großen Marken. Warum? Betrachten wir einfach den neuen Bogen, den Renegade 8.

Was heißt eigentlich Renegade? Renegade bedeutet soviel wie Überläufer, und entstanden ist der Name während der Diskussion um die Realisation eines Compound aus dem Werkstoff Karbon. Karbon ist ein völlig anderer Werkstoff wie die bekannten Materialien im Bogenbau und erfordert ein völlig neues Design. Einige Designelemente wie die geschwungene Linienführung hat OK-Archery schon beim RENEGADE realisiert. Was der Optik des Bogens unserer Meinung nach sehr gut tut. Die "8" hinter dem Namen kommt von der Standhöhe von 8", geplant ist auch noch ein R7 und evtl. auch ein R6.

Der RENEGADE kommt in mattschwarzem Eloxal mit rot-schwarzen Kabeln und Sehne. Die Konterplatten der Wurfarmtaschen sind in goldfarbenen Messing. Das ergibt die Farbekombination Schwarz-Rot-Gold, passend für einen deutschen Bogenhersteller. Ebenfalls passend dazu gibt es Zierkappen in den Farben und zusätzlich in "Rosa" für individuelles Optik-Tuning.  Das gute Aussehen ist eine Sache, gute Schieß-Eigenschaften die andere - dazu aber später mehr. Das Mittelteil wird aus einem geschmiedeten Alublock gefräst. Besonders hervorzuheben ist die absolute Maßhaltigkeit des Mittelstücks. Man kann ein Lineal anlegen, es gibt keine Spalten von oben bis unten. Ebenfalls stimmen alle Winkel, dies ist von Vorteil, wenn man die dritte Achse beim Visier einstellen will. Dann kann man eine Wasserwaage ans Mittelteil schrauben und muss sich nicht an der Sehne orientieren. Eloxiert wird in einem aufwändigen Verfahren mit mehrfacher Behandlung bei der bekannten Firma Carl ZEISS, ebenfalls ein Qualitätsgarant. Sehne und Kabel kommen von Vapor Trail, einer der besten Hersteller weltweit.

Hot & Spicy - die schnellen Chili-Cams wurden für den R8 nochmals überarbeitet. Es gibt sie in zwei Ausführungen für kurze Auszüge von 25" bis 29.5" (63,5 - 74,93 cm) und langen Auszug 26" bis 30.5" (66,04 - 77,47 cm). Diese Maße beziehen sich auf den "echten" Auszug, gemessen vom tiefsten Punkt des Griffes bis zum Nockpunkt. Für den Auszzug nach AMO addiert man einfach 1.75" hinzu. Die Cams werden ebenfalls bei Carl ZEISS eloxiert. Die Achsen weisen einen Durchmesser von 6 mm auf und sind speziell gehärtet und geschliffen.

Der RENGADE kommt wie bei OK-Archery üblich in zwei Varianten. Als Standard-System mit Kabelabweiser und als Durchschuss-System mit doppelten Kabeln. Der Vorteil beim Durchschuss-System liegt in der gleichmäßigen Belastung der Lager der Cams. Anders ausgedrückt, es gibt kein Cam-Lean mehr und dadurch eine absolut gleichmäßige gerade Beschleunigung des Pfeils. Bei Blankschützen könnte allerdings der eine Kabelsatz die Sicht auf das Ziel einschränken, aber auch das ist individuell und sollte von jedem am besten getestet werden. Bei Visierschützen gibt es keinen Nachteil. Wenn die Kabel doch stören sollten, können Kabelspreizer (bei OK-Archery erhältlich) eingebaut werden. Wer aufgrund der individuellen Armstellung nicht mit dem Durchschuss-System klar kommt, greift einfach zur Standard-Ausführung. Bei einem Durchschuss-System stehen die Kabel unter geringerer Spannung wie bei einem Standard-System, dies erklärt die "Musik", die die Kabel nach dem Schuss machen. Abhilfe schafft die Montage eines STS (optional erhältlich), und/oder die Montage sogenannter String-Leeches, die OK beilegt.

Nicht genug der Innovationen. Die Wurfarme werden ebenfalls nach eigener Konstruktion im Hause OK gefertigt. Die Rohlinge kommen aus der gleichen Quelle wie die für ihre Qualität bekannten Barnsdale Wurfarme. Da wir schon bei den Wurfarmen sind... die Wurfarmtaschen sind ebenfalls aus Aluminium gefräst, und weisen sehr geringe Toleranzen auf. Da wackelt oder schlackert nichts, eine perfekte Führung für die Wurfarme.

So, genug der Beschreibungen, ab an die Praxis. Nach dem Auspacken muss ich mir erstmal den Griff genauer ansehen. Um Vorfeld ist ja schon viel drüber geschrieben worden, wie toll er denn sei und wie gut man den Druckpunkt finden würde. Ihr könnt mir alle viel erzählen, sagte ich mir, selbst ausprobieren geht über alles. Ich bin eigentlich kein Freund von reinen Metallgriffen, einfach kalt und immer rutschig. Aber na ja, mal sehen. Bogen greifen, nix besonderes, noch kein definierter Druckpunkt. Sehne greifen und spannen, und siehe da, die Hand rutscht in den Griff. Ankern, Kontrolle, doch, der Druckpunkt passt. Ist das reproduzierbar? Yep, auch bei mehrfachem Auszug stellt sich immer wieder der gleiche Druckpunkt ein. Jetzt wollte ich es wissen, ob das auch unter extremen Bedingungen der Fall ist. Also bei Nässe und feuchten, schwitzigen Händen. Nass machen ist einfach, fürs Rutschige habe ich dann einfach mal ins Fettnäpfchen gegriffen. So langsam gehen mir die Argumente gegen den Metallgriff aus, der Druckpunkt passt immer. Selbst bei niedrigen Temperaturen (Ostern in Dahn) ist das samtige Eloxal zwar kalt, aber nie unangenehm.

Praxistest

Praxistest

Als erstes wird der Bogen komplettiert. Das heisst Peep einrichten, Stabis und Visier dran. Bevor ich das Peep einbaue mache ich mal 50 Schuss damit sich die Sehne setzt. Das sorgt dafür, das ich das Peep in der Vapor Trail Sehne nicht mehr nachstellen musste. Schon beim Einschießen fällt mir das gleichmäßige Platteau  des R8 auf. Das Tal ist extrem kurz, klar, so erhält OK den maximalen Beschleunigungsweg. Der Anstieg zum Platteau ist angenehm. OK hat ihn absichtlich nicht so steil gestaltet, da Messungen ergeben haben, dass dies keinen negativen Einfluss auf die Geschwindigkeit hat. Zur Geschwindigkeit gleich mehr.

Beim Ausbalancieren des Visiers und der Stabilisatoren fällt auf, dass der Seitenstabi fast parallel zum Visier steht, nur halt nach hinten. Das zeigt, wie gut der R8 in sich ausbalanciert ist. Gerade für Schützen der Klassen BU, BHC, eigentlich alle ohne Seitenstabi, ist dies von großem Vorteil im Gelände. Im Vergleich zu anderen Bögen sollten die Seitenabweichungen geringer sein.

Als nächstes wollte ich den RENGADE auf meine Pfeile einstellen, Victory V-Force HV (320 Grain) und Victory NanoForce 400 (318 Grain). Für die Klasse FU nach IFAA wollte ich an die 296 bis 298 fps kommen. Bei meinem Elite XXL brauchte ich dazu 59.6#. Gemessen übrigens mit einer präzisen Hängewaage der Firma Kern (40 Gramm Toleranz auf 40 KG). Also den R8 auch erstmal zugedreht und..., 310 bis 312 fps zeigt der Chrono. Runterdrehen ist angesagt, und der RENEGADE macht 296 fps bei 55.5#! Schnell und komfortabel, ganze 4# weniger bei einem echten Auszug von 28.125" - eine optimale Ausbeute von aufgewandter Kraft und erzielter Geschwindigkeit. Damit bin ich mehr als zufrieden!

Ach ja, ich habe mir den R8 auch mit Durchschuss-System bestellt. Hauptgrund für mich war die gleichmäßige Belastung und Kraftverteilung auf die Cams und letztendlich auf den Schuss. So meine Zweifel hatte ich bei der Härte der Wand. Beim Elite XXL war ich den aktiven Draw-Stop gewohnt und von daher recht "verwöhnt". Jetzt habe ich einen Bogen in der Hand mit vier Anschlägen an die Kabel. Was ergibt das für eine Wand? Back-Tension Release mit der XXL Einstellung eingehängt und gespannt ziehen. Na, werde ich den R8 in die Cams ziehen denke ich noch, und klatsch, schon war der Pfeil weg. Einen signifikanten Unterschied zum aktiven Draw-Stop des XXL konnte ich nicht feststellen, okay, auch diese Bedenken zerstreut.
Was mich jetzt noch stört ist die "Musik", die die Kabel nach dem Schuss machen. Abhilfe schafft, wie oben schon erwähnt, das STS, das OK-Archery optional anbietet. Die String-Leeches habe ich gleich mit montiert. Allerdings muss man das oben und unten machen, sonst verändert sich das Timing der Cams. Meiner Meinung nach ist das STS ein absolutes Muss, aber dann hat man den leisesten Bogen überhaupt, versprochen. Man hört wirklich nur noch das Geräusch des Pfeiles und den Einschlag in der Scheibe. Klar, als Schütze hört man normalerweise viel mehr vom Bogen, weil man ja näher dran ist. Aber in Falle des R8 hört man nix. Manch einer mag drauf verzichten, aber ich finde es klasse, dass die übliche Geräuschkulisse fehlt.

Getestet habe ich den Bogen seit Anfang, Mitte März in der Halle und das erste Mal draußen beim Osterturnier in Dahn. So langsam passen alle Einstellungen, dank der Tipps von OK-Archery, und der R8 wird immer mehr "meiner". Mich begeistert die Präzision des fertigen Produktes, und dass ich einen deutschen Hersteller habe, den ich bei Fragen ansprechen kann. Ich habe ja schon vorher bei Andreas Gotthardt den X-Claim schießen können, aber da passten die Einstellungen einfach nicht für mich. Wenn alle Bögen von OK-Archery so fantastisch zu schießen sind, habe ich bisher was verpasst. Mit dem RENEGADE 8 habe ich den für mich optimalen Bogen gefunden und mit dem Victory NanoForce habe ich den passenden Pfeil dazu - aber das ist ein weiteres Thema, ein anderes Mal. In unserem Team gibt es mittlerweile 3 RENEGADEs, demnächst kommt noch einer in Linkshand für Ulrike dazu. Andreas Gotthardt wird ebenfalls einen R8 mit Durchschuss-System schießen, und das als Blank-Schütze.

Mein Fazit:

Wer einen Bogen aus deutscher Produktion sucht, Freude hat an excellenter Ingenieurkunst und innovativem Design und Lösungen, der ist mit dem RENEGADE bestens bedient. Der R8 ist schnell, präzise und einfach nur super verarbeitet. Wer die Gelegenheit hat, sollte einfach mal einen in die Hand nehmen, aber Vorsicht, es besteht Suchtgefahr ;-). Gut, die ganzen Features machen den Bogen nicht billig, aber dafür kauft man auch nur einmal etwas Gutes. Der Wiederverkaufswert eines OK-Bogens ist ebenfalls sehr hoch, aber wer würde den R8 schon abgeben wollen? Hmm, vielleicht wenn irgendwann mal der Bogen aus Karbon kommen sollte? Aber bis dahin habe ich in meinem RENEGADE 8 einen zuverlässigen Begleiter auf allen Turnieren.

Und das sagen:

Und das sagen:

Rainer Schmitt - Team AG

Was soll ich sagen, über den Bogen ist ja was Technik und Optik betrifft schon viel gesprochen bzw. geschrieben worden. Von meiner Sicht als Schütze kann ich Folgendes sagen.
Als ich bei OK die ersten Schüsse mit dem Testbogen machte, stellte ich gleich fest, dass der Bogen einem regelrecht zwingt, aus der Rückenspannung zu schiessen, denn es ist fast kein Tal vorhanden. Ich hatte das Probemodel das ohne jegliche Anbauteile sprich Stabi, Sehnenstopper, Visier geschossen. Was mir als Erstes  auffiel: der Bogen lässt sich gleichmäßig von vorne nach hinten ziehen, der Abschuss ist sehr ruhig, keine seitlichen Ausschläge, nur etwas Drang nach vorne, aber wie gesagt ohne Anbauteile.

An meinem Renegade 8 hab ich dann schließlich ein komplettes Stabisysthem, Sehenstopper und ein Visier mit Scope geschraubt. Noch was, der Bogen selbst ist ziemlich leicht, so dass man die Gewichte da hin schrauben kann wo sie hin gehören, nach hinten. Mit dem Stabisysthem wird dem Bogen auch noch der Drang nach vorne genommen und außer dem leisen Aufschlagen der Sehne auf den Stopper ist nichts zu hören.

Noch was für die 3D bzw BU Schützen, ich schieße den Bogen jetzt seit kurzer Zeit mit mit 12 Zoll Stabi und Pinvisier und ich muß sagen das klappt auch hervorragend. Man sollte aber immer versuchen so sauber wie möglich zu schiessen ansonsten straft einen  der Bogen mit Fehlermeldungen.

Fazit, für mich ein sehr gelungener Bogen den ich weiter empfehlen kann, im Feld oder 3D Bogensport hervorragend. Fita kommt noch, die Saison fängt ja gerade erst an und auch da werde ich den Bogen natürlich schiessen, mal sehn was dabei heraus kommt. Ich bin gespannt!

In diesem Sinne - Rainer

Manfred Lang - Team AG

„Du musst Dich an den Bogen gewöhnen, denn der R8 gewöhnt sich nicht an Dich an“, so die Worte von Christoph Okupniak. Es war Samstag als ich zusammen mit Uli in Aalen meinen Bogen abholen konnte. Mein R8, 60 #,  26, 5 Zoll Auszug bzw. „echter“ Auszug 24,25 Zoll.

Da stand er.
Früher freute ich mich bei einem Tauchgang über Delphine, Korallen und andere  Schönheiten der Unterwasserwelt. Nur mein größter Wunsch ging leider nicht in Erfüllung: mit einem Walhai zu tauchen.

Nun,  beim Bogenschießen passierte es schon nach kurzer Zeit (3 Jahre): die Begegnung mit etwas ganz Besonderem: dem R8. Schwarz, Rot, Gold und das so oft umschwärmte Griffstück, einfach nur schön.

Christoph erkannte sofort, dass mein Auszug zu lang war und korrigierte das sofort. Und schon passten ich und mein Bogen zusammen. Durch die Chili Cams hatte ich ein völlig anderes Auszugsgefühl wie bei meinem alten Bogen mit  Cam & ½ . Die Wand des R8 ist knallhart.

Durch das neue Griffstück konnte ich meinen Schussablauf optimieren. Ich brauche nicht mehr die richtige Position meiner Bogenhand zu suchen, einfach reinschlupfen, vorspannen und es passt.

Nachdem für FU alles montiert wurde, war es soweit: der erste Schuss. „Plopp“, das
war´s. Ganz erschrocken, dass der Schuss so leise ist, hatte ich das Gefühl nicht mehr richtig zu hören. So leise ist nicht mal mein Jagdbogen.

Die Umstellung auf das Durchschusssystem machte mir keine Probleme. Nur meine Pfeile hatten zu große Federn, aber auch dass konnte ich leicht ändern. Markus Geiselhart hat ja die Warp Hunter 5 Zoll und die passen super. Mein Pfeil fliegt wie auf Schienen.

Alles in allem fühle ich mich mit dem R8 so wohl wie mit Uli. Zwei super Partner für das Leben. Doch die Beiden haben ab und an was gemeinsam: sie werden zickig, wenn sie nicht richtig behandelt werden. Besonders der R8 verzeiht keinen schlechten Schießstiel und bestraft jede Unachtsamkeit mit einem schlechten Ergebnis. Ohne Druck und Zug faltet er Dich förmlich zusammen. Doch mit Trainingsfleiß kommt auch die gute Technik und die Ergebnisse werden immer besser.

Danke OK für einen guten Partner.

Wolfgang Jung, mehrfacher Deutsche Meister Bowhunter Limited:

Hallo Christoph, ich bin begeistert, noch nie zuvor habe ich einen neuen Bogen ausgepackt, Pfeilauflage Visier usw. drangeschraubt, dann dreimal Höhe und zweimal nach rechts gedreht und dann eine halbe Stunde nur 5er geschossen, bis ich leichtsinnig wurde. Also nochmal, ich bin happy mit dem Teil und ich hatte gestern fast den Eindruck der Bogen braucht mich gar nicht. Glückwunsch, aus meiner Sicht ist Dir ein ganz großer Wurf gelungen.

Ich werde, was ich nicht mehr für möglich hielt,am Wochenende in der Halle (Deutsche Meisterschaft des DFBV, März 2010) mit dem Renegade antreten.

Joachim (Fidde) Heinle:

Ich schieße den Ok-Renegade 8 erst seit kurzem, denn es ist mein erster Ok überhaupt da ich Linkshandschütze bin. Und ich muss sagen, mir ist seither etwas entgangen, denn dieser Bogen ist der absolute Kracher. Er macht so viel Spaß zu Schießen und ich kann Aussagen wie diese von Harald Meißner nur bestätigen über Griff, Präzision, Auszug, Handling usw.. Danke Christoph, dass du uns Linkshandschützen endlich auch in den Genuss kommen lässt einen Ok Renegade 8 schießen zu können. Dieser Bogen ist das Beste was ich je geschossen habe. Danke!