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Freitag, 18. Mai 2012

Technische Daten Testbogen:

Standhöhe:

6.5"

Auszug:

29" (einstellbar durch Module)

Gewicht:

4.1 lbs (1,86 kg)

Pfeilgeschwindigkeit gemessen:

Pfeil 400 Grain
29'' Auszug
60 # Zuggewicht
289 - 290 fps

Pfeilgeschwindigkeit gemessen:

Pfeil 323Grain
29'' Auszug
60 # Zuggewicht
316 - 318 fps

Let-Off:

60 - 70 % einstellbar

Bilder PSE X-Force

  • PSE X-Force
  • PSE X-Force
  • oberes Cam
  • oberes Cam mit Wurfarm
  • Wurfarmaufnahme
  • unters Cam
  • Mittelteil mit Centerlinie
  • Mittelteil mit Höhenlinie
  • Kabelabweiser
  • Edelstahlbuchse für Stabis
  • geteilte Wurfarme

Test PSE X Force HF

Champagnerfarbene Schönheit? Prickelts auch bei Schießen?

Upps, dachten wir, als wir das Paket öffnen. Sehr gewöhnungsbedürftig für das Auge. Der PSE X-Force kommt in "Satin-Grey" mit langem Mittelteil und Split-Limbs. Die Cams sind echte Monster, zumindest von der Größe her.
Also schauen wir uns das Teilchen mal an. Auf den Cams sind die Markierungen für die Einstellung des Let-Off deutlich zusehen, nichts ist versteckt oder mikroskopisch klein. Man kann ein 60% oder 70% Let Off einstellen. Ebenfalls finden sich auf den Cams Timing-Marker um die Stellung der Cams einfach synchronisieren zu können. Perfekt für diejenigen, die ihren Bogen selbst tunen wollen. Hierzu ist allerdings mindestens eine mobile Bogenpresse, wie z.B. eine BowMaster notwendig. Am Mittelstück sind zwei Hilfslinien eingefräst, mit deren Unterstützung man den Centershot und die Höhe der Pfeilauflage einrichten kann. Damit hat man schnell ein erstes Setup, auf dem das individuelle Feintuning aufbauen kann. Bemerkenswert ist auch die Anzahl der Bohrungen für das Visier! man hat fünf Stück zur Auswahl, kann also die Höhe des Visiers auf seine Körpermaße abstimmen. Keine schlechte Option, kann gut zu einem stimmigen Gesamtbild beitragen. Der Griff ist ein sogenannter "BEST"-Grip, ein Target-Griff. Die Gewindebuchse für den Stabilisator ist aus Edelstahl - sehr schön, kein Rosten oder anlaufen möglich. Das Gewicht liegt bei 4.1 Pound, das sind 1,86 Kilogramm. Nicht unbedingt sehr schwer, PSE folgt dem Trend und liegt mit dem Gewicht im Mainstream der Mitbewerber. Ein Manual für das Grund-Setup lag leider nicht dabei, schade. Bei einem Bogen dieser Preisklasse sollte ein Manual Standard sein - aber da sind andere Hersteller nicht besser.

Die 12" langen Wurfarme sind in 50, 60 oder 70# erhältlich, wir hatten die 60er Version mit einem 29" Auszug zum Testen bekommen. Die Wurfarme stecken in CNC-gefrästen "Hypersplit"-Pockets. Auffällig sind die geringen Auflageflächen zwischen Wurfarmen und Mittelteil. Ähnlich klein wie bei einem Mathews - daher vermuten wir, dass der X-Force sehr leise sein wird. Die Auszugslänge läßt sich ohne Bogenpresse über Module verstellen. Allerdings braucht man dazu halt verschiedene Module. Wer sich nicht mehrere Sätze zulegen möchte, sollte sich vor dem Kauf beim HdV schlau machen, welches die optimale Auszugslänge bei dem Bogen für ihn ist. Aber da sagen wir Euch nichts neues.

Also gut, Visier, Loop und Peep angebaut und ab auf die Schießbahn. Wie fühlt der X-Force sich nun an? Wir finden den Targetgriff ganz angenehmt. Der Bogen liegt gut im Druckpunkt, ohne Verdrehen und Verrutschen während des Auszuges. Die Grifflage läßt sich immer wieder reproduzieren, ohne suchen zu müssen. Wer lieber eine dickere Griffschale mag, sollte sie gleich bei der Bestellung des Bogens mit ordern. Die Auszugskurve ist ziemlich gleichmäßig, ohne schwammig zu wirken. Den Ausdruck "Smooth", der gerne verwendet wird, können wir schön nicht mehr hören. 60 Pfund sind ungefähr so "smooth" wie ein Schlag in die Zähne - soll heißen, wenn man 60 Pfund schießen will, muss man sie auch reinstecken. Die Kraft muss immer aufgewendet werden, da geht kein Weg dran vorbei. Die Form der Cams und die Lage der Achse bestimmen den Verlauf der Kraftkurve - mal knackig von Anbeginn, mal ist der Anstieg sanfter, aber 60# sind immer drin.

Okay, zurück zum Bogen. Der PSE X-Force läßt sich gut an die Wand ziehen. Die Wand ist definiert mit einem kurzen Tal davor, man merkt, der Bogen will nach vorne. Der Schütze hat keine Möglichkeit zu "Kriechen", der Pfeil ist sofort weg. Das Kurze Tal bringt natürlich zusätzlichen Beschleunigungsweg. Der X-Force ist absolut leise im Abschuß, kein Geräusch, keine Vibrationen, kein Handschock - sehr angenehm. Die Gruppen auf der Scheibe sind klein, egal ob wir auf 20 oder 60 Meter schießen. Schnell erscheint er uns, also her mit dem Speed-Meter. Der PSE beschleunigt unseren 400 Grain schweren Testpfeil auf freundliche 289 bis 290 fps. Ein Spitzenwert! Mit einem 323 Grain schweren Pfeil erreichen wir Werte um die 316, 318 fps. Damit liegen wir immer noch über dem Wert von 5 Grain pro Pfund. Damit erzielt der X-Force sehr gute Ergebnisse in Punkto Beschleunigung. Der PSE hat eben durch das kurze Tal und die geringe Standhöhe einen sehr langen Beschleunigungsweg. Die geringe Standhöhe von 6,5" macht es aber erforderlich einen Armschutz zu tragen. Abhilfe schaffen könnte ein Sehnenstopper (STS oder ähnliches), der bei unserem Modell allerdings nicht dabei war.

 

Unser Fazit:

PSE hat mit dem X-Force wieder einen sehr guten Bogen am Markt. Wie bei anderen Herstellern auch, entscheidet das gesamte Design über den Kauf. Der eine wird es mögen, der andere nicht. Der X-Force ist in verschiedenen Target-Farben und Camo-Designs zu haben, es ist also für jeden etwas dabei. Egal für welche Farbe man sich entscheidet, die Leistungen des Bogens sind durchweg als sehr gut zu bezeichnen, mit Extra-Punkten in Sachen Beschleunigung - der X-Force war der schnellste der von uns getesteten Bögen. Einen Sehenstopper sollte PSE unserer Meinung nach in dieser Preisklasse mitliefern, gerade bei der doch geringen Standhöhe von 6.5".