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Freitag, 18. Mai 2012
  • Prototypen DST PT36 und DST Rasta
  • Vollauszug PT36
  • Vollauszug DST Rasta
  • OK DST Rasta
  • OK DST PT36
  • Durchschussmittelteil DST
  • Durchschussbereich vom Schützen aus

Test des neuen OK-Renegade DST.

Teil 1

DST steht für Double Shoot Through

Also ein zweifaches Durchschuss-System bei Kabeln und Mittelstück.

Durchschussmittelteile sind an sich nichts neues, es gab in der Vergangenheit schon diverse Hersteller welche sich an diesem Thema versuchten. Der richtige Weg war es sicher damals auch schon, nur hatten diese kleinen Hersteller halt nicht die Marktdominanz um ein Durchschussmittelteil zu etablieren. Heute bieten zwei große US Hersteller Durchschussmittelteile im Compoundbereich an und siehe da, die Vorteile dieses Bauteils werden nun vom Schützen wahrgenommen.

OK-Archery geht jetzt konsequent einen Schritt weiter und verbessert den R8 noch einmal. Erste Prototypen waren in Dahn beim Osterturnier zu sehen und dort verabredeten wir einen eingehenden Praxistest. Nach gefühlter Unendlichkeit kam dann das erste Paket von OK-Archery.

Erster Test-Tag:
Ich habe dann um das Test-Mittelteil, mit den Teilen meines R8/36, einen Bogen aufgebaut das Zuggewicht übernommen und das Timing der Cams eingestellt. Die Geschwindigkeit war bei meinen Messungen, 1:1 identisch zum R8/36. Der DST PT36 beschleunigt den Victory VAP 400 mit 324 Grain mit 56.6# auf 298 fps. Der Umbau verlief ohne Probleme, alles hundertprozentig maßhaltig. Kein Hakeln oder Kanten beim Zusammenbau der Einzelteile.

Zum Schießverhalten kann ich am ersten Tag (Aufbau) nur einen ersten Eindruck wiedergeben. Der DST verhält sich im Aufziehen - ich nenne es mal so - harmonischer. Ich schreibe es der zusätzlich gewonnenen Stabilität durch das Mittelteil zu. Wenn man drauf achtet, merkt man das Mehr an Stabilität schon. Ich bin gespannt, wie es sich auf der Scheibe auswirkt. Das Einfädeln des Pfeils dauert mit ein bisschen Übung nur unwesentlich länger und geht schon nach 16 Pfeilen recht flüssig von der Hand. Einziger Nachteil, man muss das Release aus der Hand legen, aber das ist zu verschmerzen.

Zweiter Test-Tag - Auf dem Schießplatz:
Ohne Anstrengung gelingen deutlich bessere Gruppierungen bei allen Entfernungen. Hoffentlich ist das nicht nur der „Honeymoon-Effekt“!!!

Der DST ist ruhiger wie der R8 und das schon beim Aufziehen. Im Abschuss verhält er sich neutraler, der Handschock ist etwas geringer. Den Stabilitätsgewinn spürt man deutlich. Bewusst habe ich jetzt versucht Torque zu produzieren und ich muss sagen, die Auslenkung ist deutlich geringer wie beim R8 mit Standard-Mittelteil. Dort ging ein schlechter Schuss in die 7 oder 8 auf 70 Meter, beim DST war er noch in der 8 oder 9. Der DST lässt sich deutlich schwerer verdrehen. Die Libelle der Wasserwaage steht sofort korrekt. Es gibt keine Seitenabweichungen bei unterschiedlichen Entfernungen.

In den nächsten Tagen werde ich den DST im Gelände schießen. Dann sehe ich, wie es bergauf und bergab geht.

Teil 2

Dritter Test-Tag – Gelände:

Von der Achslänge her ist der Renegade DST 36 ein Allrounder mit sehr guten Eigenschaften für das Schießen im Gelände. Auf der planen Wiese war die Stabilität schon sehr viel versprechend, da stand jetzt natürlich der Test im Gelände an. Wie erwartet konnte der DST auch hier gegenüber seinem Bruder punkten. Da im Gelände bergauf und bergab z.B. durch einen problematischen Stand noch viel schneller der Bogen verdreht werden kann, hat auch hier die Stabilität des doppelten Durchschuss-Systems gravierende Vorteile. Die Gruppierungen auf den Scheiben ist wie auf der planen Wiese deutlich besser und das bei jeder Entfernung egal ob es bergauf oder bergab geht.

Der Test geht weiter... , I SHOT THE SHERIFF
Heute kam dann ein weiterer Prototyp an. Der DST im RASTA-Look! Abgesehen von der außergewöhnlichen Farbgebung hat der RASTA stärker gebogene Wurfarme. Damit stehen die Wurfarme in Konsequenz paralleler wie in der normalen Ausführung. Wir werden sehen, ob damit der Handschock nochmals reduziert werden kann. Als Folge der größeren Parallelität hat der DST-RASTA nun einen um einen Zoll geringeren Achsabstand.

Schussverhalten DST-RASTA: Nun zum Feld-Test DST RASTA. Ich habe den RASTA so einstellen können, dass ich das Visier nur umschrauben muss, alle Entfernungen passen 1:1 zum DST PT36 (PT steht für Prototyp ). Die Sehne ist durch den spitzeren Winkel noch weiter aus dem Gesicht, ohne den Referenzpunkt "Nasenkontakt" zu verlieren.

Der etwas kürzere RASTA steht genauso schnell ruhig wie der PT36. Für mich angenehm ist die etwas definiertere Wand durch den um einen Zoll kürzeren Achsabstand. Vorteile sind bemerkbar im Abschussverhalten. War der Handshock beim PT36 gegenüber dem R8/36 deutlich geringer, sammelt der RASTA hier weitere Pluspunkte durch die größere Parallelität der Wurfarme. Im Mittelteil bleibt es ruhig, ohne "tot" zu sein. Der Bogen geht sanft nach vorne weg. Ohne Stabis sind natürlich weiterhin leichte Vibs zu spüren.

Der Pfeilflug ist 1a, keine Beanstandungen. Die Gruppierungen in der Ebene, bergauf und bergab sind gleich gut wie beim PT36. Bewusstes Verdrehen ist wie beim PT36 schwer möglich, bzw. wirkt sich nicht so stark aus wie bei einem Standardbogen. Fix ist der Kleine! So wie er ankam hatte er ein Zuggewicht von 57.8#. Gemessen mit meiner Kern-Hängewaage. Damit macht der DST RASTA (im Schnitt) mit meinem VAP 400 mit 100 Grain Spitze und 324 Grain Gesamtgewicht satte 310 fps, Spitzenwert war 313 fps. Bei 56.6# sind es noch 306 fps, bei 56.0# 302 fps und bei 55.5# bin ich dann bei 297 fps. Also reichen 55# locker für 294 - 297 fps. Der 36er Prototyp braucht 1.5# mehr an Zuggewicht für die gleiche Geschwindigkeit.

Fazit: Die Kombi, kleine Cams und große Module in Verbindung mit dem fast parallelen Design bringt fast 10 fps an Geschwindigkeit.

Sehnenmaterial von Vapor Trail ist ebenfalls 1a. Keine Verdrehung des Peeps. Nach 30 Pfeilen erstmals eingestellt, Kontrolle nach 150 Schuss: keine Beanstandungen. Ich habe ohne Anstrengung meine bisher beste Feldrunde geschossen mit einem Schnitt von 19+. Eine parallele Tierbildrunde habe ich ganz locker voll gemacht, dabei waren so "Specials" wie ein Fasan (IFAA-Gruppe 4) auf 45 Meter, ein Uhu (IFAA-Gruppe 3) ebenfalls auf 45 Meter. Der OK-Renegade DST macht einfach nur Spaß!!!

Teil 3

Technik – Durchschuss vs. Standardmittelteil:

Was ist denn nun der Vorteil des DST Mittelteils gegenüber einem herkömmlichen, einseitigem Mittelstück? Nun, da ist die absolute Symmetrie des Mittelteils, das heißt, der Bogen kann sowohl RH als auch LH geschossen werden. Die Vorteile für Hersteller, Fachhandel und auch für den Schützen sind sicher nicht von der Hand zu weisen.

Der Bogen hat kein einseitiges Schussfenster und ist so schon von Hause aus perfekt austariert. Durch diese Symmetrie kann man auch die Pfeilauflage rechts an den Bogen montieren und das Visier links oder umgekehrt. Dies hat eine ausgewogenere Gewichtsverteilung zur Folge und man braucht weniger Gewicht am Seitenstabi um den Bogen perfekt aus zu balancieren.

Diese absolute Symmetrie des Mittelteils erlaubt es auch dieses Bauteil weniger massiv zu bauen und trotzdem eine hohe Stabilität zu erreichen, das bedeutet ein deutlich verringertes Eigengewicht des Bogens. Damit hat man mehr Spielraum für individuelles Gewichtstuning.

Ein herkömmliches Mittelteil unterliegt nicht nur einer Biegung sondern auch einer Verdrehung. Daraus resultiert unter anderem auch das Camlean. Ein Durchschussmittelteil unterliegt nur einer Biegung, das Camlean entfällt dadurch. Voraussetzung hierfür sind aber sorgfältig gefertigte, gleich starke und ausgesuchte Wurfarme.

Ein Standardbogen mit einem herkömmlichen Kabelsystem produziert durch die einseitige Belastung der Cams und durch das Cableguard ein Verdrehen des Bogens um die eigene Achse und auch hierdurch wiederum Camlean. Dieses Verdrehen sieht man deutlich wenn man den Monostabi beim Ausziehen des Bogens beobachtet. Das Verdrehen geschieht beim Ausziehen des Bogens und umgekehrt auch beim Lösen des Schusses. Diese Bewegung gibt die Sehne dem Pfeil mit, was es schwer macht die Pfeilauflage entsprechend einzustellen.

Ein echtes Durchschuss Kabelsystem, mit zwei Modulen gleicher Bauart pro Cam, belastet den Bogen absolut gleichmäßig und verhindert somit ein Verdrehen des Bogens. Seitlicher Zug und dadurch entstehende Reibung entsteht durch das Fehlen des Cableguards erst gar nicht.

Parameter

Renegade DST PT36

Renegade DST RASTA

ATA

36.4'' (92.46 cm)

35.43'' ( 90,00 cm)

Standhöhe

8.25'' (20,96 cm)

8.25'' (20,96 cm)

Geschwindigkeit

310 fps (nach AMO)

317 fps (nach AMO)

Gewicht (ohne Anbauteile)

3.6 lb (1,63 kg)

3.55 lb (1,61 kg)

Letoff

70%

70%

Zuggewicht

56.6 #

55.5 #

Auzuglänge

28.75'' (echter Auszug)
31.5'' AMO

28.75'' (echter Auszug)
31.5'' AMO


Fazit:
Im ersten Test ist der DST sehr, sehr viel versprechend. Stabil in jeder Situation, harmonisch im Auszug mit jeder Menge Power. OK-Archery wird auch beim Renegade DST viele Farbvarianten als Option anbieten. Mit dem DST (Double Shoot Through) ist ein weiterer Schritt zum perfekten Bogen getan. Mit dem zweifachen Durchschuss-System kauft man sich nur Vorteile ein. Selbst Schuld, wer es nicht macht !!!

Die voraussichtliche Markteinführung ist für den Herbst 2011 geplant. Preise werden sich auf dem Niveau des R8/40 bewegen. Die Prototypen werden noch weitere Tests durchlaufen um auszuloten, was noch möglich ist.