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Donnerstag, 17. Mai 2012

Kommentar

Bei dieser DM Bowhunter gibt es leider viele Punkte, an denen sich Kritik fest machen lässt. Ich möchte dies auch tun, da ich denke, dass Verbesserungen möglich sind. So haben wir uns entschlossen, für die nächste JHV 2011 Anträge einzureichen, um einige Punkte bei einer zukünftigen DM zu verbessern.


So, zur Kritik: Wir hatten am roten Parcours einen Anmarsch von einer halben Stunde! Muss das sein? Das hätte man besser lösen können. Auf die Gruppeneinteilung bin ich schon im Artikel eingegangen. Hier könnte man mit einer Unterteilung in A- und B-Gruppe pro Ziel viel Zeit sparen - nur so als Anregung.

Dann die Entfernungen, ein heißes Thema noch Tage später. Eine Deutsche Meisteschaft sollte nicht nur unserer Meinung nach als Vorbereitung auf internationale Events wie EM oder WM dienen. Warum orientiert man sich dann nicht an den Vorgaben z.B. der IFAA. Deshalb muss ein Parcours nicht leicht sein. Ein Schuss definiert sich nicht nur über die Entfernung. Mit diesen Parcours hat sich der Veranstalter und der Verband besonders unter den traditionellen Schützen nicht viele Freunde gemacht. Ganz schlimm fand ich es für die Kinder und Jugendliche, die teilweise nach einem Tag keine 50 Punkte auf dem Schusszettel hatte. Die waren übrigens alle falsch gedruckt, aber das war das geringste Problem.

Meiner Meinung nach, ist hier über das Ziel hinaus geschossen worden. Ob und welche fatalen Wirkungen, wie z.B. Verbandsaustritte, dies nach sich zieht, werden die nächsten Monate zeigen.

Ein Grund für das Chaos liegt in der meiner Meinung nach unvollständigen und schwer interpretierbaren Sportordnung des Verbandes. So ist für 3D-Wettbewerbe nirgends die maximal Entfernung der Ziele definiert, anders als bei Feld-Wettbewerben. Dann muss man sich die Frage stellen, warum man sich nicht einfach näher an der Wettkampfordung des überdeordneten Verbandes orientiert? Oder warum müssen bei der Siegerehrung mehr als die ersten drei nach vorne gebeten werden? Um das ganze noch weiter in die Länge zu ziehen? Wohl eher nicht, und schon gar nicht sollte man bei einem Starterfeld von sechs Teilnehmerinnen die ersten fünf nach vorn holen.

Die größte Frechheit war allerdings die Behauptung des anwesenden Vizepräsidenten, dass die FU-Schützen, die Kinder-Gruppen nicht vorbei lassen würden. Ich schieße FU, und wir haben 2, 3 Kindergruppen durch gelassen. Den Vizepräsidenten habe ich den Tag über nicht gesehen. Wie kann er so etwas nur behaupten? Welche Motivation steckt dahinter? Sollten hier wieder nur unnötiger Weise die Differenzen unter den Bogenklassen geschürt werden. Ein solches Verhalten ist eines Vizepräsidenten absolut unwürdig und verlangt eigentlich nach einer öffentlichen Entschuldigung. Ich bin gespannt, ob sich hier etwas tut!?!

Nichts desto Trotz besteht beim DFBV durch die basisdemokratischen Strukturen die Chance Veränderungen zu bewirken, die eine solche katastrophale Meisterschaft in Zukunft unmöglich machen. In diesem Sinne möchte ich diese Kritik auch durchaus als positiv verstanden wissen. Wir werden zur nächsten JHV Lösungen anbieten.

Elmar Harbecke - Team AG

Eine denkwürdige DM Bowhunter

Mit sehr hohem sportlichen Anspruch, aber nur in der Schwere der Parcours. Ansonsten leider nicht im positiven Sinne.

Im Nachgang der DM Bowhunter haben wir besonders in traditionellen Foren im Internet einige sehr negative Meinungen zu der Veranstaltung gelesen. Daher möchten wir auch die DM Bowhunter aus der Sicht der Visierschützen beleuchten und auch durchaus subjektiv kommentieren.

Aus sportlicher Sicht hat das Team AG einen Titel des Deutschen Meister durch Dieter Glöckner (BU), eine Silbermedaille durch Andreas Gotthardt und eine Bronzemedaille in der Mannschaftswertung (mixed) mit Dieter Glöckner, Andreas Gotthardt, Rainer Schmitt und Elmar Harbecke erzielt.

Bericht DM Bowhunter in Barsinghausen

1. Tag

1. Tag

Die Deutsche Meisterschaft Bowhunter des DFBV 2010 in Barsinghausen wird wohl allen Teilnehmern lange im Gedächtnis bleiben. Leider nicht nur aus positiven Gesichtspunkten.

Für das durchwachsene Wetter konnte niemand etwas, aber der Rest...

Aber erst zum sportlichen Teil. Es gab wie immer bei der DM Bowhunter zwei Parcours mit je 14 nach unterschiedlicher Wertung zu schießenden Zielen. Eine Zwei-Pfeil-Runde und eine Präzisionsrunde im roten Parcours, eine Spezial-Runde und eine Drei-Pfeil-Runde im gelben Parcours. Wir als Compund-Schützen durften am ersten Tag in den roten Parcours. Der Anmarsch gestaltete sich sehr lang, des öfteren hörte man die Frage, ob wir hier das Wanderabzeichen in Gold machen würden. Erstaunt haben mich dann auf der Runde die teilweise sehr langen Wege von einem Ziel zum nächsten. Auch das kostet richtig Zeit in der Addition.

Als erstes standen Ziele der Präzisionrunde auf dem Programm. Alle Schützen waren baff erstaunt über die Entfernungen mit denen wir es zu tun bekamen. Nicht nur für traditionelle Schützen war es weit, auch die Visierer hatten echte Aufgaben. Beide Parcours waren nicht für Rekorde geeignet. Besonders schwierig und frustrierend war es wohl für einige Kinder und Jugendliche - das war keine gelungene Werbung für unseren Sport und den Verband, schade. Zurück in den Parcours. Da stand bei den Tierbildern der Coyote, ein Klasse 3 Ziel (normaler Weise bis 31,5 Meter max) auf freundlichen 38 Metern. Noch dazu war hier ein Stand, der bei noch stärkerem Regen nicht mehr haltbar gewesen wäre. Ein schwerer Stand ist auch eine Aufgabe beim 3D-Schießen, aber auch er sollte für alle machbar sein, nicht nur für die ersten drei oder vier Gruppe. Laut Sport-/Wettkampfordnung ist es möglich alles auf Maximum zu stellen, selbst ein Murmel auf 54 Meter - aber ist sowas auch sinnvoll? Teilweise wurde die in der Wettkampfordnung vorgegebene Entfernung (... nicht weiter wie 50 Yards) für die Spezialrunde überschritten. Es orientierten sich alle Ziele beider Parcours eher an der Maximalentfernung, als an den Limits der Zielklassen. Wie gesagt, laut Sportordnung möglich, aber ist es auch sinnvoll? 

Hat man sich erstmal auf die Entfernungen eingestellt, hatten wir sehr schwierige Aufgaben zu knacken. Zur Weite kam ein sehr schwer einsehbares,schwieriges Gelände hinzu. Jeder Treffer war hart zu erkämpfen. Für die Visierer machbar, für alle anderen noch schwieriger. Von der Aufgabenstellung her hat es schon Spaß gemacht, aber sehr oft konnte man einfach nur den Kopf schütteln. Es stand am Ende des ersten Tages daher bei allen Schützen nicht die gewohnte Punktzahl auf der Pappe. So auch bei mir, ich kam erst gar nicht mit dem Parcours zurecht, ein paar Schießfehler und schon fiel es schwer sich entsprechend zu motivieren. Na ja, es kann nicht immer so gut laufen wie in Siegburg.

Bei der Zwei-Pfeil-Runde ging es mit den weiten Entfernungen weiter. So standen Fuchs oder Stachelschwein auf 28 oder 30 Metern. Für Klasse 4 Ziele einfach zu weit. Aber war halt so, und es war ja auch für alle gleich. Von daher kann man sich nicht beschweren. Einige Ziele waren gar nicht so lieblos in den Wald gestellt, wie man im Netz teilweise lesen kann. Es gab zum Teil sehr schöne Szenerien. So der Turkey schräg am Hang, oder die Gams auf dem anderen Ende einer breiten Senke. Der Leopard hatte es ebenfalls in sich. 42 Meter und man konnte kaum jede kleine Senke erkennen, so dass einige zu kurz lagen. Dies war ein auffälliges Merkmal, das man auf den Scheiben der Präzisionsrunde beobachten konnte. Sehr viele Löcher auf der Scheibe lagen unterhalb der optimalen Trefferzone.

Was besonders "merkwürdig" war, war die Gruppeneinteilung der FU-Schützen. Bei 15 Teilnehmern gab es eine 3er Gruppe und zwei 6er Gruppen! Wo war der Sinn? Genau, gab es nicht. Nach der Hälfte des Parcours, der aufgrund der Gestaltung des Parcours extrem Zeit beanspruchte, war uns klar, wenn wir in den 6er Gruppen nichts unternehmen würden, kämen wir erst im Dunkeln rein. Also haben wir kurzerhand die Gruppen in 3er Teams geteilt. Dies beschleunigte den Ablauf erheblich, so dass wir die enteilte 3er Gruppe einholten. Durch die geringe Gruppenstärke ergaben sich aber keine langen Wartezeiten, wir haben sicher eine gute Stunde mit dieser Maßnahme eingespart. Wäre zu überlegen, ob man ein solches Gruppensystem für Visierschützen nicht generell erlaubt?

2. Tag

2. Tag

Der Morgen des zweiten Tages guckte in teilweise sehr lange Gesichter. So hatten viele Schützen vom ersten Tag keine 100 Punkte auf dem Zettel stehen. Dementsprechend groß war der Frust bei vielen. Die meisten nahmen es sportlich und wollten sich am zweiten Tag verbessern.

Nachdem wir am ersten Tag sehr weit, eine halbe Stunde, bis zu, roten Parcours laufen durften, hatten wir es am zweiten Tag doch näher. Wir starteten mit der Spezial-Runde, in der man IMMER drei Pfeile schießen muss. Bei Walkups und - ganz neu - "Walkbacks" oder "Walkcross", dauerten die ersten 13 Ziele geschlagene 6 Stunden. Erst um 14:00 Uhr konnten wir mit der Drei-Pfeil-Runde beginnen. Da kam Freude auf. Wir haben dann auch noch zwei oder drei Gruppen mit Kindern und Jugendlichen durch gelassen. Die waren im strömenden Regen teileweise nass bis auf die Haut. Abhärtung schön und gut, aber manche Eltern kann ich nicht verstehen????

Auch der gelbe Parcours zeichnete sich durch die extremen Entfernungen aus. Alles war noch dazu sehr anspruchsvoll gestellt, so dass wir manchmal dreimal schauen mussten, um die richtige Entfernung heraus zu finden. Dann noch drei Pfeile pro Ziel, dass dauert einfach zu lang. Hier muss man sich fragen, ob da eine Ein-Pfeil-Hunter-Runde nicht besser wäre? Andererseits darf sich die Turnierleitung auch nicht beschweren, wenn es dann lange dauert (siehe rechte Spalte).

Auch dieser Teil gestaltete sich sehr anspruchsvoll, es gab keine Geschenke, jeder Punkt hart erarbeitet. So stand der Wolf auf freundlichen 52 Metern, oder ein kleines Murmel auf 22-23 Metern. Vieles war weit über 45 Meter gestellt, z.B. eine Gruppe Schweine, wo das weiteste bei 46 Metern war, das nächste bei 31 Metern. Oder die Ziege, hangaufwärts, keine Einsicht ins Gelände und eine sportliche Entfernung obendrauf. Wie schon gesagt, da muss man mehrmals hinschauen. Für Visierer machbar, alle anderen hatten viel Frust. Bei einigen Zielen, wie auch der Ziege, war die Sicherheit durch einen fehlenden Backstopp nur unzureichend gegeben. Oft genug kreuzten Pilzsammler, Wanderer, Jogger oder Biker mögliche Schussbahnen.

Ein Wort noch zu den Zeitscheiben. Drei Stück gab es diesmal auf der Spezialrunde, wobei an einem Pflock die Stoppuhr fehlte! Aber da konnte sich jede Gruppe wohl selbst helfen. Die Frage ist allerdings, ob solche Zeitscheiben sinnvoll sind, oder ob sie etwas mit sportlichem Schießen zu tun haben. Manchmal erinnert mich das eher an "Ballerei", da ein vernünftiges Zielen nicht möglich ist. So auf den liegenden Hirsch, ca. 30° bergauf in 50 Meter Entfernung. Zu allem Überfluss ist der noch getüpfelt, so dass man selbst mit einem sehr guten Glas dem Schützen keine Trefferlage ansagen kann. Damit gerät das doch zum Glückspiel und hat mit Sport sehr wenig zu tun. Es ist unserer Meinung nach sinnvoller eine andere Wertung, wie eine Ein-Pfeil-Hunter-Runde zu schießen.

Der zweite Tag lief bei mir besser, ich konnte 520 Punkte erzielen und noch einen Platz gut machen. Allerdings war aufgrund des schlechten Ergebnisses vom Vortag nicht mehr möglich. Dieter Glöckner konnte sich bei den BU-Schützen durch setzen und den Titel des Deutschen Meisters gewinnen. Bei Andreas Gotthardt langte es bei 3 Punkten Rückstand zur Silbermedaille. Rainer Schmitt konnte sich mit einer starken Tagesleistung auf den vierten Platz vorschiebe. In der Mannschaftswertung konnten wir zur viert und mit dem schlechtesten Faktor den dritten Platz und eine Bronzemedaille gewinnen.

Wenn die Veranstalter zur Eile gemahnen, bei der Siegerehrung haben sie sich nicht an die eigene Vorderung gehalten. Warum müssen eigentlich mehr wie die drei Erstplatzierten aufs Podium? Das kostet nur Zeit. Die Krönung war dann, dass die ersten fünf Damen bei den BHR aufgerufen wurden. Ich gönne es wirklich jeder von ihnen, ganz ehrlich. Aber: das Teilnehmerfeld bestand nur aus sechs Schützinnen!!! Was soll das also? Und wie blöd muss sich die sechste vorgekommen sein? Eine Peinlichkeit sondergleichen, die nur noch durch die Frechheit des Vizepräsidenten überboten wurde, indem er behauptete, die FU-Schützen würden die Kinder-Gruppen im Parcours nicht passieren lassen. Wir haben zwei, drei Gruppen passieren lassen, den Vize haben wir im Parcours nicht gesehen!

Alles in allem eine denkwürdige Meisterschaft, die viel Stoff zum Nachdenken geben sollte.