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Freitag, 18. Mai 2012

Bilder Dahn 09

Gemeinsam auf der Scheibe
Andreas & Elmar
Am ersten Tag
Elmar
Das Dahner Felsenland, Campingplatz
Felsenland
Gabi Glöckner auf dem Weg zum Reh, 2. Tag
Gabi
Bergabschuss auf Truthahn
Elmar
Volle Konzentration
Elmar
Andreas & Dieter vom Plateau auf einen Hirsch
Andreas & Dieter
Angaben Ziel 23
Ziel 23
Die Langbogner auf das gleiche Ziel
Langbogen
Felsformationen
Felsenlandschaft
Team AG am Wolf
Am Wolf
Caro und der Wolf
Das Ziel
Andreas gewinnt die Klasse BHC
1. BHC
Elmar wird Dritter in der Klasse BU
3. BU

Osterturnier in Dahn 2009

Für mich war es das erstemal ein Feld- und Jagdturnier zu schießen. Und dann noch gleich in Dahn. Laut Aussage von Andreas Gotthardt eines der schwierigsten Gelände in Europa - auch wenn die Entfernungen bekannt sind. Nicht umsonst ist Dahn Ausrichter der WFAC 2010. Im Zuge dessen wurde die Anzahl der Parcours auf drei erhöht. So konnten 556 Schützen am Ostersamstag antreten. Viele sahen darin die Chance, das Gelände der nächsten WM kennen zu lernen. Dabeisein ist halt doch nicht alles.

Ich war gespannt, ob alle Geschichten, die ich im Vorfeld hörte zutrafen. Da das Wetter gut werden sollte, reisten wir ein paar Tage eher an, um uns schon mal zu "aklimatisieren". Also, die Geschichte über eine traumhafte Landschaft stimmten schon mal. Im Dahner Felsenland im Pfälzerwald kommt man sich teilweise vor wie in Utah oder Colorado. Sehr geschichtsträchtig ist der Landstrich ebenfalls, kaum ein Berg oder Hügel, der keine Burg trägt. Wer neben dem Bogenschießen auch kulturell unterwegs sein möchte, ist hier bestens aufgehoben.

Das Wetter war gut, daher machten wir uns an einem Nachmittag auf, das Dahner Felsenland mit dem Osterparcours zu erkunden. Die Besonderheit ist, dass der Parcours nur einmal im Jahr aufgebaut wird. Dabei hilft die gesamte Gemeinde Dahn mit, und die Dahner haben auch dieses Jahr wieder einen hervorragenden Job gemacht. Okay, zurück zum Gelände. Von unserem Campingplatz konnten wir direkt in den Parcours einsteigen, und wir wollten die Gelegenheit nutzen, etwas für das Schätzen von Entfernungen zu tun. Da die Entfernungen bei dem Turnier bekannt sind, war dies auch nicht als unfairer Vorteil zu betrachten.

Das Gelände und der gesetzte Parcours - wir liefen einen Teil des Weissen und Roten ab - hatten es in sich. Extreme Steilschüsse bergauf und bergab. Optische Fallen sorgen dafür, dass man auch nicht unbedingt gut trifft, wenn man die Entfernung kennt. Der (Alb)Traum eines jeden Feld- oder 3D-Bogenschützen. Selbst Visierschützen sind auf einige Sachen hereingefallen. Es gibt viel zu klettern und mit der ganzen Ausrüstung sollte jeder Tag richtig Kraft kosten, soviel war uns schon vorher klar. Es waren, wo immer möglich, drei Pflöcke nebeneinander gesetz, so dass ein zügiger Ablauf des Schießbetriebes gesichert sein sollte. Immerhin gab es Gruppen mit bis zu 9 Schützen, 8 pro Gruppe war eher Standard als Ausnahme. Wie gesagt, das Gelände ist beeindruckend und der Teil des Parcours, den wir gesehen haben, ebenfalls. Mal sehen, was man draus machen kann.

Freitag Abend sind die meisten Schützen auf dem Sportgelände in Dahn eingetroffen und nutzen die vorhandenen Einschießscheiben oder treffen Bekannte und knüpfen neue Kontakte. Auffällig ist, das Schützen aus allen deutschen Bogensportverbänden an diesem Turnier teilnehmen, das nach Regeln des DFBV mit vereinseigenen Erweiterungen ausgetragen wird. So werden die Feld- und Tierbildauflagen des DFBV genutz, allerdings gibt es bei den Tierbildern eine Innenkill-Wertung (20-18-16 für Innen-, Aussenkill, Körper), ähnlich der IBO-Wertung - allerdings mit viel größeren Entfernungen. Bei der IBO ist bei 45 Metern Schluß, in Dahn geht es bis 70 Meter. Damit steigt die Anforderung an präzises Schießen, wann kann aber auch schnell wichtige Punkte verlieren.
Man trifft viele Top-Schützen aus allen Verbänden, die Visierklassen dominieren recht starkt, aber auch viele Langbogenschützen sind vor Ort. Die Gruppen können auch nach Stilarten gemischt sein, so waren wir mit BU, BHC, BHR und LB in der Gruppe unterwegs. Respekt an alle Langbogenschützen, die sich der Herausforderung stellen. Es war extrem schwer, und ich kann mir vorstellen, dass die Frust-Toleranz schon sehr hoch sein muss - gerade dann, wenn man mit Visierschützen in einer Gruppe durch den Parcours geht - Hut ab.

Samstag ist um 09:00 Uhr Briefing, Schießbeginn ist ca. 09:45, da einige es doch recht weit zu laufen haben. Wir durften uns am Samstag auf dem weissen Parcours austoben. Erstes Mal Feldrunde schießen, dass bedeutet doch mehr Druck wie gedacht, und ich brauche drei Scheiben, um den Puls runter zu bekommen und in den gewohnten Rythmus zu kommen. Immer neue Aufgaben, Walk-Ups, Bunnies, ZweiOben-ZweiUnten, das Gelände und der strahlende Sonnenschein kosten richtig Kraft. Als Newbie im Feldschießen kostete mich die fehlende Erfahrung auch gleich ein paar Punkte, so dass ich nach dem ersten Tag mit 487 Punkten auf dem achten Rang lag. An den letzen beiden Scheiben hatten wir Gegenlicht direkt durch das Visier, so dass wir fast blind schießen mussten. Auch hier blieben ein paar Punkte liegen. Aber hey, mit Schwierigkeiten hatten sicher alle zu kämpfen. Also konnte ich schon zufrieden sein. Bei unserem Team-Schützen Dieter Glöckner lief es mal richtig gut, mit 505 Punkten belegte er den zweiten Platz in der Klasse BU hinter Markus Vohl. Andreas Gotthardt führte bei den Bowhunter Compound mit 42 Punkten vor dem Zweiten Peter Dietrich.

Zweiter Tag, das Wetter hielt sich, nach einigen Wolken am Morgen kam die Sonne durch und es wurde noch wärmer wie am Samstag. Das heißt, viel trinken, um keine Kopfschmerzen zu bekommen. Die Luft war drückend geworden und kostete dementsprechend Kraft. Die Startzeit war die gleiche wie Samstag, nur stand Sonntag die Tierbildrunde auf dem Programm - nur ein Pfeil (max. drei) pro Scheibe, nicht vier Pfeile (Pflicht), wie am Vortag. Als Besonderheit gab es eine Innenkill-Wertung, die 20 Punkte pro Scheibe brachte, Aussenkill 18, Körper 16 Punkte. Auch der rote Parcours, den wir am Sonntag schießen mussten, forderte uns zu 100 Prozent. Extrem steiles Gelände, schwieriges Licht mit Wechsel von Hell und Dunkel und teilweise sehr schwieriger Stand machte allen Schützen das Treffen schwer. Wir hatten zum Glück excellente Ferngläser von Swarovski dabei, die gerade bei den wechselnden Lichtbedingungen zuverlässigen Ausblick auf die optimale Trefferzone garantierten. Das gute Glas hat mir sicher einige Punkte gerettet. Auf die Tierbilder lief es sehr gut für mich und ich kam mit dem zweitbesten Tagesergebnis von 524 Punkte, zwei Punkte hinter Joachim Heinle, aus dem Parcours. Allerdings konnte wir beide Markus Vohl nicht mehr abfangen, der sich mit seinem Vorsprung vom Vortag den ersten Platz (1027 Punkte) in der Klasse BU sichern konnte. Allerdings konnte wir beide Markus Vohl nicht mehr abfangen, der sich mit seinem Vorsprung vom Samstag den ersten Platz in der Klasse BU sichern konnte. Dieter Glöckner schoß wieder über 500 Punkte (504) und sicherte sich in der Gesamtwertung damit den 4. Platz. Zweiter wurde Joachim Heinle mit 1014 Punkte. Bei meinem ersten Mal Dahn konnte ich mir mit 1011 Punkten den dritten Platz sichern. Andreas Gotthardt gewann überlegen mit 949 Punkten die Klasse Bowhunter Compound mit 84 Punkten Vorsprung.

Alle weiteren Ergebnisse sind auf der Heimseite des BS-Dahn zu finden.

Fazit:
Das Osterturnier in Dahn ist allemal das versprochene Erlebnis. Unheimlich anspruchsvoll zu schießen, eingebettet in eine atemberaubende Landschaft, sind die Parcours leider immer nur zu Ostern zu nutzen. Aber vielleicht macht auch dies den Reiz dieses kultigen Turniers aus. Wir freuen uns schon auf die nächste Auflage in 2010 in Dahn. Bis dahin wird auch noch verstärkt auf die Feldscheiben trainiert Smiley.