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Donnerstag, 17. Mai 2012

Bilder Ankum 08

Das 20. Ankumer Herbstturnier

Ein zweifacher Sieg für das Team AG mit einem Doppelerfolg in der offenen Compound-Klasse.

Ankum, Ankum... wo ist das denn? Fragen sich wahrscheinlich die Schützen südlich der Main-Linie. Für alle die es nicht wissen, Ankum liegt in Niedersachsen, ein paar Kilometer nördlich von Osnabrück.

Für die nördlichen Schützen ist es immer das letzte Turnier des Jahres gewesen, und dies seit 20 Jahren. Im Vorfeld sah es mal so aus, als ob gerade das Jubiläums-Turnier nicht statt finden sollte. Aus persönlichen Gründen hatten die Veranstalter erst zurück gezogen, dann aber – glücklicherweise – ein Einladungsturnier auf die Beine gestellt. So konnte die Zahl der Schützen relativ klein gehalten werden, es waren 150 geladen, von denen auch fast alle vor Ort waren.

Was macht nun den Reiz am Ankumer Turnier aus? Es ist immer Anfang November und das Wetter spielt – traditionell – nicht mit. Es gab in 20 Jahren schon alles, außer Temperaturen über 15 Grad und Sonnenschein. So sah es auch diesmal aus, als wir gegen 06:00 Uhr aus Dortmund los fuhren, begann es stetig zu nieseln und ging dann ansatzlos in Dauerregen mit heftigen Windböen über. Na Klasse, typisch Ankum-Wetter. Aber, wir waren kaum angekommen, hatten unser Equipement zusammen und die ersten Bekannten begrüßt, hörte der Regen auf. Perfekt, im Laufe des Tages kam sogar die Sonne durch, 15 Grad wurden es dann doch nicht, aber es passte schon.

Zurück zum Reiz des Ankumer Turniers. Tja, wodurch hat dies Turnier Kult-Status erreicht? Zum einen wird es seit 20 Jahren in Folge veranstaltet. Zum anderen sind es die liebevoll gepflegten 3D-Tiere, die z.T. Mehrere Jahre auf dem Buckel haben, aber jedes Jahr wieder wie neu aussehen. Dann ist da auch noch die Zusammensetzung des Parcours. Es mussten 30 Ziele beschossen werden, davon 16(!) Hunter-Scheiben. Dies selektiert natürlich gewaltig, aber dadurch kann ein Turnier im November noch bei Tageslicht beendet werden. Die Entfernungen sind allesamt knackig zu nennen. Da steht eine Hirschkuh auf freundlichen 60 Metern hangauf, ein Geier auf 30 Meter (Hunter), eine Antilope auf 50, ein Warzenschwein auf 40 Meter, Gänse auf 25 Meter usw.. Den Streichelzoo auf 6 bis 7 Meter gab es natürlich auch, immer als Hunterschuß. Punkte verlieren konnte man an einer Schlange – Hunterschuß, was auch sonst. Aber mit 20 – 0 – Wertung! Hier wurde letztlich das Turnier entschieden. Später mehr dazu.

Außerdem trifft sich in Ankum immer eine Reihe Top-Schützen aus dem nördlichen Teil Deutschlands. Für hohes Niveau sorgen unter anderem Axel Langweige, André Grawinkel, Peter Penner, Andreas Gotthardt, Dieter Glöckner, Michael Görke, Torsten Davids (beide Sieger Bowhunterliga), Dirk Stuckmann, Claus Brinkmann, Hubertus Montag, um nur einige zu nennen. Es gibt bei allem Spaß keinen Kindergeburtstag, gewinnen will hier jeder, das ist Ehrensache. Geschenke gibt es nicht, aber viel sportliche Fairness.

Der Parcours war nicht nur aufgrund der teilweise sehr weiten Entfernungen anspruchsvoll. Das abwechslungsreiche Gelände wurde bestmöglich ausgenutzt. Alles war vorhanden, Schüsse im dunklen Nadelwald, auf freien Wiesen oder Stoppelfeldern, Senken, Steigungen, Gefälle, aber auch wirklich nichts wurde ausgelassen. Kein Wunder, das einige 3D-Tiere schon so lange dabei sind! Somit war jeder Schuss harte Arbeit, erholen konnte man sich nur auf dem Weg zum nächsten Pflock. Durch relativ kleine Gruppen ging es zügig durch den Parcours, es wurde kaum aufgelaufen. Man musste alles geben, um vorne dabei zu sein. In der offenen Klasse (Compound mit allem) ließ Dirk Stuckmann mit einem Patzer an der Schlange (s.o.) 20 Punkte liegen und verlor damit eine bessere Platzierung auf dem Treppchen. Das der Parcours zum Jubiläum besonders selektiv gestellt war zeigt sich an den Punktzahlen, maximal erreicht wurden 576 von 600 Punkten. Andreas Gotthardt meinte, dieses Jahr hätten die Ankumer sich vom Schwierigkeitsgrad selbst übertroffen.

Andreas Gotthardt gewann überlegen die Klasse Compound blank mit 528 Punkten. 48 Punkte Vorsprung vor Hubertus Montag und Claus Brinkmann, die sich einen harten Kampf um den zweiten Platz lieferten.

In der offenen Klasse Compound Unlimited - FU und BU wie bei der Bowhunterliga zusammen - ging es noch enger zu. Hier entschied sich der Turniersieg um drei Punkte an der letzten Scheibe. Platz zwei und drei trennten nur die bessere Anzahl an Kill-Treffern. An der letzten Scheibe machte Elmar Harbecke vom Team AG den Sieg perfekt mit 576 Punkte vor Team-Kollegen Michael Ziefle mit 573 Punkte. Michael konnte dank der größeren Anzahl 20er Axel Langweige (Team Sherwood) auf den dritten Platz verweisen. Vierter wurde Peter Penner vor  Dirk Stuckmann (Lemgo), André Grawinkel (Sherwood) und Dieter Glöckner (Team AG).

Bei den Bowhunter Recurve siegte Michael Görke, Fröndenberg (493) überlegen vor Norbert Meier, Windeck (468) und Rainer Zillig (465) aus Dortmund.

Starke Ergebnisse auf diesem sehr schwierigen Parcours bei den Langbognern. Mit 411 Punkten gewann Ingo Hoffmann, Offelten (411) vor Michael Weiler, Hemer (357) und Torsten David, Bohndorf (346).

Bei der Siegerehrung wurden nicht nur die Tagessieger, zwei Schützen, die alle Turniere mitmachten und All-Time-Best-Scorrer Peter Penner (597 von 600) geehrt. Einige treue Fans des Ankumer Turniers brachten Präsente für die Veranstalter mit und spontan wurde als Anerkennung für die geleistete Top-Arbeit ein Sammlung für weitere Turniere veranstaltet. Diesem Lob konnten sich die Veranstalter nicht entziehen und versprachen spontan mindestens noch das 25. Turnier zu veranstalten. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Jahr – auch wenn es wieder das typische Ankum-Wetter geben sollte.