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Donnerstag, 17. Mai 2012

Bilder 3D-Masters

3D-Masters 2010

3D-Masters Teil 1

In Stolzenau

Bericht: Elmar Harbecke, Rainer Schmitt - Fotos: 3D-Masters

Das 3D-Masters ging Ende Februar 2010 in die zweite Runde. Schon ein Jahr zuvor kam die Idee ein 3D-Turnier verbandsübergreifend von DFBV über DBSV bis zum DSB zu organisieren gut an. Dieses Jahr kam mit Gary Hart der Teilnehmer mit der weitesten Anreise aus Wales!

Wie 2009 war am Vorabend des eigentlichen Turniers ein Abend mit Buffet organisiert worden. Eine gelungene Veranstaltung, wir freuten uns, die anderen Schützen aus ganz Deutschland mal wieder zu sehen. Sonst trifft man sich ja meist nur auf den Meisterschaften und da findet man oft nicht so viel Zeit zu quatschen - äh, sorry, Erfahrungen auszutauschen. Dementsprechend lange saßen wir zusammen, bevor es ins Hotel ging. Wir wunderten uns nur, dass die meisten schon sehr früh verschwunden waren. Es hatten sich einige wohl richtig was vor genommen.
Auf dem Rückweg ins Hotel dachten wir alle nur mit einem Blick nach oben, hoffentlich bleibt es trocken morgen. Aber nicht nur in der Hinsicht wurden wir enttäuscht.

Okay, aufstehen, frühstücken und ab zum Gelände - und alles noch ohne Regen, Yippieh. Das Gelände, eine alte Kiesgrube mit Baggersee, war bis Sonntagmorgen unter Verschluss. Ein netter Rottweiler sorgte dafür, das die 3D-Ziele ruhig schlafen konnten.

Das Wetter wurde zusehends ungemütlicher und pünktlich nach dem zweiten Ziel begann die erste Regenperiode des Tages. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt kein wirklicher Spaß, aber es war ja auch kein Kindergeburtstag. Dafür sorgte schon die 2-Pfeil-Wertung mit Innenkill, eine härtere Wertung gibt es kaum. Uns war schon im Vorfeld klar, schießt man über 500 Punkte wäre man seeehr weit vorne dabei. Gespannt waren wir, was Uwe, Volker und Claus an Parcours in den Sand gesetzt haben Smiley. Wie letztes Jahr haben die drei und ihre Helfer bewiesen, dass man nicht unbedingt steiles Gelände braucht um einen extrem anspruchsvollen Kurs zu setzen. So grade aus dem Winterschlaf musste man hellwach sein, um alle Ziele knacken zu können. Tja, um es vorweg zu nehmen, ich hatte wohl noch zuviel Schlaf in den Augen - ne, ne , nicht vom Abend vorher, das meine ich nicht. Aber mir fehlte bei einigen Zielen einfach das Gefühl fürs Gelände. Nächstes Jahr doch im Vorfeld öfter nach Draußen. Dementsprechend war dann das Ergebnis.

Es ist immer noch Vormittag und der Regen lässt nicht nach. Gut, alle sind dick eingepackt in Fleece und Regensachen, das macht das Schießen nicht angenehmer. Aber ein bisschen Leid tut mir das Fernsehteam des NDR das uns auf dem Parcours begleitet. Aber die Jungs scheinen das auch gewohnt zu sein. Ausrüstung gut verpackt, Kragen hoch und es kam kein klagendes Wort. Den Bericht findet man in der Mediathek des NDR. Eigentlich kein schlechter Bericht, aber was mich massiv stört, ist der Begriff "Waffe" ziemlich am Anfang des Berichtes. Sicher hat  man wenig oder gar keinen Einfluss auf den Wortbetrag, aber fürs nächste Mal vielleicht versuchen mehr Aufklärung im Vorfeld. Besonders im Hinblick auf die Diskussionen um die Verschärung des Waffengesetzes.

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3D-Masters Teil 2

Zurück zum Sport (mit Sportgeräten). Es wird Mittag - High Noon - und was ist das? Blauer Himmel und Sonnenschein!?! Okay, es kann nur besser werden - von wegen. Bis jetzt hatte uns das 3d-Masters-Team es wirklich schwer gemacht, immer alle Entfernungen richtig einzuschätzen. Jede Senke, jeder Baum (so viele gab es nicht) und Strauch wurde genutzt. Wo es noch nicht schwer genug war durfte man über den gefrorenen See schießen, oder hatte diesen als Background und Pfeilfang. Jaja, die Psychokiste, klappt aber immer wieder, man konnte öfter einen Pfeil schlittern hören. Noch dazu wechselten sich die Entfernungen geschickt ab. So versuchten die Jungs uns mit recht kurzen Entfernungen einzulullen und servierten uns dann einen stehenden Bären auf 68 Meter am anderen Ufer des Sees - Schweinebande! Und so ging es weiter, den ganzen Parcours durch, super  gestellt, Respekt!!!.

Auch sehr nett, die Schneeziege, richtig, mal wieder über den See. Drei Ziele vorher wechselte wieder das Wetter, das angekündigte Sturmtief hatte es sich doch überlegt und stattete dem 3D-Masters einen Besuch ab. Wo bei den Zielen vorher der Regen und die stürmischen Böen aufhörten, hatte ich bei der Schneeziege das volle Programm. Mit BT schießen bei Sturmböen macht nicht immer Spaß, so auch hier. Die Entfernung war mir klar, stehe im Anker mit Gegendruck gegen den Wind - und in dem Moment, wo ich durchs Release gehe lässt die Böe nach - schwupps, perfekte Höhe, aber zu weit rechts, super toll. Beim zweiten Schuss auf die Ziege passiert das ganze dann umgekehrt. Im Release pustet mich eine Böe nach links aus dem Kill - peng, 10 Punkte verweht. Klar, anderen geht es genauso, tröstet aber nicht wirklich. Besonders dann, wenn es eh nicht so sonderlich gut läuft.

Regen, Sturmböen und zu allererst der anspruchsvolle Parcours haben es verhindert, dass über 500 Punkte erzielt worden sind. Am besten hat es André Grawinkel mit 493 Punkten lösen können, vor Christian Heinke (485) und Dirk Stuckmann (483). Die komplette Ergebnisliste gibt es auf der Website des 3D-Masters.

Wie ist es dem Team AG ergangen? Andreas Gotthardt hat in der Klasse BHC trotz des Wetters überlegen mit 425 Punkte vor Hubertus Montag (373) und Gary Hart (371) aus Wales gewonnen. In der CU-Klasse erzielte Rainer Schmitt die beste Platzierung auf Platz 10 (439) vor Elmar Harbecke auf PLatz 15 (431), Michael Ziefle auf Platz 16 (429) und Dieter Glöckner auf Platz 35 (388). Yep, genau, wir werden noch was tun für nächstes Jahr.

Das doch sehr schlechte Wetter brachte alle Schützen zu einem schnellen Aufbruch, da viele doch eine sehr weite Reise vor sich hatten. Das bringt mich auch gleich zu dem einzigen Kritikpunkt an diesem wirklich tollen Event.

Jungs, macht bitte, bitte ein Zwei-Tages-Turnier daraus! Und dann bitte gleich in den April oder Mai verlegen. Ich weiss, dann wird es schwierig freie Termine bei allen Verbänden zu finden, aber schaut einfach mal nach. Das macht die weite Anreise für viele lohnenswerter und es finden sich möglicherweise weitere Top-Schützen auch aus den angrenzenden Ländern?!

Mit Eurem sportlichen Anspruch und der Umsetzung braucht sich das 3D-Masters überhaupt nicht zu verstecken, im Gegenteil. Wenn die Linie konsequent weiter verfolgt wird, wird das 3D-Masters mit Sicherheit zu dem 3D-Turnier mit einem ähnlichen Stellenwert wie z.B. Dahn bei den Feld-Turnieren. Auch wenn es noch ein weiter Weg dahin ist, ihr macht es auf jeden Fall richtig.

Daher noch einen riesengroßen Danke an  - Uwe, Volker und Claus - und euer Team, das excellente Arbeit geleistet hat. Wir freuen uns bei der dritten Auflage wieder dabei sein zu können.

Weiter geht es im vierten Teil mit den persönlichen Erlebnissen unseres Team-Schützen Rainer Schmitt - oben auf den dritten Reiter klicken.

Und ...

Das meint Rainer Schmitt...

Der Wettergott hatte nichts Gutes für den Turniertag prophezeit und so war es schon ein bisschen verwunderlich das am Sonntag morgen kein Lüftchen und auch noch kein Regen zu sehen war. Nach einem leckeren Frühstück waren wir um 7.30 Uhr auf dem Turniergelände. Erst mal Bögen zusammen bauen und dann ab zur Anmeldung mit Geschwindigkeitskontrolle für alle Compoundbögen, es gab ein Limit von 300 fps, wer schneller war durfte nicht teilnehmen, oder musste seinen Bogen dem entsprechen runterschrauben.

Die Gruppen wurden vom Veranstalter eingeteilt, um dafür zu sorgen das in jeder Gruppe wenigstens der Teamkapitän ein erfahrener 3D Schütze mit nationaler oder internationaler Erfahrung ist. Schon beim Einschießen fing es an leicht zu regnen, also sicherheitshalber noch die Regenjacke eingepackt. Nach einer kurzen Ansprache durch den Veranstalter wurden die Gruppen in den Parcour geführt. Auf dem Weg zu unserer ersten Scheibe sah man auch noch andere Ziele und uns wurde bewusst dass dieses Turnier nicht leicht werden sollte. Dann der Startschuss - unser erstes Ziel waren zwei Fasane ( Ich hasse Vögel) und so hatte ich auch nur zwei Treffer in der Vital Zone. Weiter ging zum nächsten Ziel, die Schneeziege, ein schöner Schuß übers Eis. Auch hier konnte ich leider nicht voll punkten, also weiter zum nächsten. Jetzt ging der Regen so richtig los und ich denke, keiner schießt gerne in Regenjacke, aber was tut man nicht alles um nicht nass zu werden.

Auch der Wind wurde immer stärker und es wurde im laufe des Tages immer schwieriger die Ziele so zu treffen wie man gerne wollte. Es war auch nicht möglich die Linse trocken zu halten und so entschloss ich mich sie heraus zu schrauben. Ging ein paar Ziele lang gut, aber dann stand ich vor zwei Enten ( Mist schon wieder Vögel). Beim Blick durchs Visier kam dann großes entsetzen, ich bin ja das Schießen mit Pin gewohnt, hätte aber niemals ein Visier mit so dicken Pins im BU (Bowhunter Unlimited) bereich geschossen. Der Pin war so groß wie die Enten, egal hab dann trotzdem geschossen und anschließend die Linse wieder rein geschraubt.

Über Mittag wurde das Wetter etwas besser, der Regen hörte auf und die kommenden Ziele die wir zu schießen hatten waren alle auf einer Insel mitten im Baggersee, so das auch der Wind durch die Bäume (die gab es doch!) und Sträucher nicht so sehr störte. Wir mussten an einem Ziel eine kurze Pause einlegen, da wir auf die Gruppe vor uns aufgelaufen waren und so stand ich da und schaute mit dem Fernglas über die Eisfläche des Sees, es war eine doch stattliche Anzahl an Pfeilen auf dem Eis zu sehen denn es gab einige Ziele, die als Backstop den See hatten. Das macht aber nichts, auch ich hab einen Pfeil zum Schlittschuhfahren über den See geschickt.

Auf der Insel lief es ganz gut für mich, diese mussten wir jetzt aber wieder verlassen und kamen auf eine große Wiese auf der nach zwei kürzeren Zielen dann etwas weitere mitten auf der Wiese standen. Alles machbar, wenn der Wind nicht wieder aufgefrischt wäre und so kam es wie es kommen musste. Es war fast unmöglich ruhig im Ziel stehen zu bleiben, so manchmal wünschte ich mir mein Fletchhunter Release zurück, ihr wisst schon reinhalten und abdrücken, aber die Zeiten sind vorbei. Der Wind wurde immer stärker und es begann auch wieder zu regnen.

Wir standen nun am Ende der Wiese und mussten auf ein Wildschwein schießen, das in relativ kurzer Entfernung vor uns in einer Senke stand. Leute, mir hatt es im Auszug stehend den Pfeil von der Auflage geblasen, das ganze zwei drei mal, von richtig Treffen konnte da keine Rede sein, hauptsache drauf! Die dann noch ausstehenden Ziele waren alle relativ kurz gestellt was aber auch kein Vorteil war denn es wurde immer windiger und so war ich dann froh als wir die Runde beendet hatten.

Mit meinem Ergebnis war ich nicht wirklich zufrieden, aber hey, nächstes Jahr scheint die Sonne, es ist zwanzig Grad warm und wir können alle in T-Shirt und kurzen Hosen schießen. Smiley

Eines muss aber noch gesagt werden. Danke an den Veranstalter und auch an die Helfer, ihr habt uns wieder mal ein tolles Turnier geboten mit allem was dazu gehört, vom Parcour angefangen über Verpflegung und den ganzen Ablauf des Turniers, alles Top!!!

Wir sehen uns wieder!